Juni 2015:   Wuff, darf ich mich vorstellen?   

Ich bin Charly, der neue Praktikant an der Schillerschule. Ich bin jetzt  5 ½ Monate alt und lebe seit Anfang Mai in der Familie von Frau Widmann-Back.

Meine Mama ist ein Labrador und mein Papa ein Königspudel, sodass ich als „Labradoodle“ bezeichnet werde. Labradoodles sind sehr intelligent und lernfähig und sie haaren sehr wenig. Einige „hündische“ Verwandte von mir arbeiten schon sehr erfolgreich als Blindenführhund, Therapiehund, oder als Rettungshund. Deshalb hat mein Frauchen so einen wie mich ausgesucht, denn sie hat Großes mit mir vor: Sie möchte, dass aus mir ein Schulhund wird, wenn ich erwachsen bin. Ob ich das will, weiß ich noch nicht genau. Damit ich weiß, was später auf mich zukommen wird, darf ich schon jetzt ab und zu mit in die Schule kommen. Es macht mir tierischen Spaß, denn die Kinder sind echt nett zu mir. Besonders toll ist es, wenn sie mich kraulen oder ganz, ganz leise ihre Aufgaben lösen. Aber manchmal ist es auch ganz schön anstrengend!

Die Kinder müssen sich genau an Regeln im Umgang mit mir halten, wie zum Beispiel nach dem Streicheln Hände waschen oder mich in meiner Hundebox nicht stören.

Auch mein Frauchen muss Regeln einhalten. So muss sie  mich regelmäßig beim Tierarzt auf meine Gesundheit untersuchen lassen und alle drei Monate entwurmen. Diese Tabletten schmecken absolut eklig, aber wenn sie in Leberwurst oder Knoblinchen verpackt sind, dann gehen auch die runter! Ihr seht, ein Hundeleben ist nicht immer leicht, aber es macht Spaß, …und wer weiß? Vielleicht kann ich ja doch dem ein oder anderen Kind später einmal beim Lesen oder Rechnen lernen helfen oder es bei Kummer trösten. – Wie das funktioniert, das erklärt euch mein Frauchen später.

Jedenfalls besucht sie jetzt schon mit mir eine Hundeschule und wenn alles klappt, dann kann in etwa einem Jahr die große Schulhund-Spezialausbildung für uns beginnen.

 

Also Leute, aufgepasst, wenn ihr künftig das Schulhaus betretet:

Vielleicht bin ich auch gerade da!

 

Euer Charly      

November 2015:    Wau,wau – oder Neues von Charly     

 

Liebe Hundefreunde!

Leider hatte ich in den letzten Monaten nur sehr wenig Zeit.

Deshalb kann ich euch erst jetzt wieder schreiben.

Die zurückliegenden Monate waren nämlich ziemlich hart für mich. Ich gehe immer noch einmal wöchentlich in die Hundeschule. Dort muss ich sehr viel lernen. Wenn ich allerdings als Belohnung für die ganze Anstrengung die Schillerschulkinder besuchen darf, dann lohnt sich ja das Hundeschulbank drücken. - Übrigens bin ich inzwischen 10 Monate alt, 60 cm hoch und 25 kg schwer.

Auf meinen ausgedehnten Spaziergängen, die meine Menschen täglich mit mir machen, habe ich schon viele Freunde gefunden. Das ist immer toll, wenn ich mit denen über die Wiesen und Felder rasen kann. Meistens gewinne auch ich – nur die Windhunde, die packe ich noch nicht ganz! Meine kleinste Freundin ist Lola, eine zierliche Manchester Terrierhündin, mein größter Freund ist Ayk, ein kräftiger Rhodesian Ridgebackrüde. Mit Ayk habe ich einen „Würstchen-Nichtess-Wettbewerb“ gemacht – ich habe gewonnen!

Aber neben all den Spaziergängen liebe ich es auch, mich gemütlich in Haus oder Garten auszuruhen oder mich mit meinen Spielzeugen zu beschäftigen. Das tollste ist derzeit das Geweih, an dem ich meine Zähne wetzen kann. Es soll sogar den Zahnarztbesuch ersparen. Wollen wir das mal hoffen!

In Sachen „Schulhund-Ausbildung“ sind Frauchen und ich auch schon einen Schritt weiter: Am 19. September durfte ich mit ihr auf ein ganztägiges Treffen des Arbeitskreises „Schulhund“ nach Seligenstadt. So langweilig, wie ich erst dachte, war es gar nicht. Es waren über zehn andere Schulhunde dabei, mit denen ich in den Pausen spielen durfte. – Ich fürchte, ich habe mich zu ordentlich benommen, denn im Januar darf ich schon meine Schulhund-Ausbildung beginnen.

Allerdings habe ich vor einigen Wochen noch ein anderes Hobby entdeckt: Müllhund!!! – Ich finde es toll, Müll aufzulesen und ihn nach Hause bis zur Mülltonne zu tragen- natürlich nicht, wenn Frauchen unterwegs ein Sonntagsbrötchen verliert. Das kommt in meinen Magen.

 

So, meine Lieben, das war es mal wieder von eurem Charly. Ich wünsche euch nun eine besinnliche, schöne Adventszeit und viele Geschenke unterm Weihnachtsbaum. – Und denkt daran: Die Wurstdosen und Quietschetierchen, die sind nicht für euch. Die liefert ihr bitte nach den Weihnachtsferien in der Klasse 4a ab.

Bis bald

Euer Charly

Januar 2016: Prost Neujahr!          

 

 

Liebe Leute, ich hoffe, ihr habt das neue Jahr 2016 gut begonnen.

Ich kann euch sagen, dass ich ganz schön was hinter mir habe - es ist kaum zu glauben! Wau!

Deshalb gebe ich erst jetzt wieder laut, denn ich musste mich dringend erholen.

So konnte ich auch nicht vor dem 21. Januar wieder zur Schule gehen, denn Frauchen hat meine Ferien verlängert!

Diese Vorweihnachtszeit - wie sie die Menschen nennen- die ist ja der Hammer! Überall stehen Lichtlein und Kerzen, Frauchen steht den ganzen Nachmittag in der Küche und backt so komische Teile, die sie dann in Dosen steckt, obwohl ich mit weit geöffnetem Maul daneben stehe, weil es im ganzen Haus nach frisch Gebackenem riecht.

Dann, am Abend des 23. Dezember fing auch noch Herrchen an, sich äußerst merkwürdig zu verhalten: Er öffnete die Terrassentüre und trug doch tatsächlich einen Baum ins Wohnzimmer herein.

Zunächst fand ich es ja toll, dass er an mich denkt und ich bei diesem miesen Wetter nicht mehr nach draußen muss zum Pinkeln. Aber beim ersten Versuch, mein Beinchen an der riesigen Tanne zu heben, schrie er fürchterlich laut ein “Pfuuuuui!“ durchs ganze Haus, sodass ich es lieber bleiben ließ.

Dann kam dieser 24. Dezember. Die ganze Familie versammelte sich abends im Wohnzimmer, sang Lieder und stellte ganz viele Päckchen unter den Weihnachtsbaum – „Geschenke“ nannten sie diese. Auch für mich waren einige Päckchen dabei: Eine neue Ausgehleine, Leckerchen und ein Kuscheltier- dieses hat Weihnachten aber nicht überlebt! In Windeseile habe ich es in seine Einzelteile zerlegt.

Die vielen Feiertage, die noch folgten, waren ganz schön anstrengend. So lernte ich viele Leute und auch andere Hunde aus der Verwandtschaft kennen. Danach war ich wirklich urlaubsreif.

Ob ihr es glaubt oder nicht, ich durfte wirklich mit Herrchen und Frauchen einige Tage in die Berge fahren in ein wunderschönes, hundefreundliches Hotel. Vom Balkon unseres Zimmers aus hatte ich alles genau im Blick. Dort haben wir weite Spaziergänge gemacht und auch kleinere Bergtouren unternommen. Im Hotel habe ich auch nette Kinder getroffen, die sich viel mit mir beschäftigt haben: Die kleine Emma und die fast 8-jährige Sofie. Emma hat mich immer vollgesabbert, wenn sie mich gestreichelt hat, dabei wäre das doch eher meine Aufgabe gewesen. Sofie saß während des Abendessens oft bei mir. Sie hat sich ganz toll um mich gekümmert und mir die Zeit vertrieben, wenn Frauchen sich am Büfett etwas zu Essen geholt hat. Also ihr seht, auch in den Ferien hat es mir an Schmuse- und Streicheleinheiten nicht gefehlt.

 

Ich muss jetzt auch die Schulbank drücken. –Mehr davon erfahrt ihr demnächst.

 

Und ganz wichtig: Am 6. Februar werde ich 1 Jahr alt.

Euer Charly

März 2016: Hurra, ich bin ein Schulkind!                                           

 

Tja, Leute, auch Hunde müssen in die Schule und etwas lernen!

Mein erster Schultag war der 16. Januar 2016, auch noch ein Samstag! Da liege ich ganz gemütlich in meinem Körbchen; weckt mich Frauchen um 7 Uhr morgens, gibt mir mein Fresschen und dann schnappt Herrchen sogleich Leine und Halsband und zerrt mich nach draußen. Ich soll mich „lösen“, bevor ich in die Schule gehe, sagen meine Menschen. Inzwischen weiß ich, was das bedeutet: Ich soll meine großen und kleinen Geschäfte erledigen, damit das Haus sauber bleibt. Dann ging es los ins benachbarte Bundesland Hessen. Dort verbrachte ich einen tollen Tag in Dreieich in einem riesigen hundefreundlichen Klassenzimmer. Eigentlich habe ich Frauchen nur begleitet und kontrolliert, dass sie fleißig im Unterricht aufpasst. Die anderen 8 Hunde, die noch anwesend waren, habe ich aber nicht aus den Augen gelassen. Das schönste waren die Spieleinheiten, die wir Hunde untereinander haben durften. Dazu gehörten ausgiebige Gassirunden, ein Geschicklichkeitsparcours, Schnüffelspiele und vieles mehr. Es hat großen Spaß gemacht.  Diese Spielchen machen wir jetzt immer regelmäßig mit den Schulkindern, wenn ich mit Frauchen in die Schule gehen darf. Denen macht es auch großen Spaß.

Inzwischen trage ich auch eine schicke „Schulhund-Uniform“. Habt ihr sie schon entdeckt? Die darf ich allerdings nur bei Schulbesuchen tragen, sagt mein Frauchen, denn auf Spaziergängen wälze ich mich manchmal zu gerne in manch stickendem Etwas!!! - Danach fährt Frauchen mit mir in die „Hundewaschanlage“ gleich neben der Autowaschstraße. Hinterher sind wir beide pudelnass, aber blitzesauber.

Den zweiten Schultag habe ich inzwischen auch schon hinter mir. Der war echt cool! Da haben die Menschen die Entwicklungsphasen des Hundes gelernt und wie wir Hunde uns untereinander verständigen. Das beobachtet Frauchen jetzt bei jeder neuen Hundebegegnung ganz genau bei mir!

 

Dann, im Januar, passierte noch etwas ganz Merkwürdiges: Da fiel doch tatsächlich weißer Zuckerguss vom Himmel. Das war vielleicht witzig, Süß hat der allerdings nicht geschmeckt, nur ziemlich wässrig.

 

Nun bin ich richtig kaputt vom Schreiben und brauche eine kleine Pause.

Bis bald

 

Euer Charly